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Copyright Text Anke Junginger, Bilder Erich Urban

Kletterrose

 

Naturnahe Gärten – kleine Paradiese und Oasen für Vögel

Auf einer Seite über Elfen und Naturwesen muss man sich auch Gedanken über das kleine Himmelsvolk machen: Vögel bringen Leben in unsere Gärten, sie vernichten Schädlinge und schenken Freude. Was wäre ein Morgen im Garten ohne das fröhliche Gezwitscher: Gute Laune pur und das schon so früh. Das steckt an! Und schon blickt man zum Himmel, man sucht die Bäume und Sträucher ab und versucht die kleinen Frühaufsteher zu entdecken. Es klingt so unbeschwert und schlechte Laune verfliegt sofort!

Aber leider wird es in vielen Gärten immer stiller – das geht ganz langsam, oft nimmt man es erst nach Jahren wahr. In meiner Kindheit haben sich im Winter viele Vögel am Futterhäuschen getummelt – heute freut man sich, wenn ein paar Meisen gelegentlich vorbeikommen. Ich habe es erst gar nicht bewusst wahrgenommen, aber es sind immer weniger geworden... So habe ich mich gefragt woran das wohl liegen kann und was man dagegen unternehmen kann...

Leider sind die meisten Gärten heute in dicht besiedelten Gebieten sehr klein und so werden bei der Gartengestaltung oft vordergründig „praktische“ Pflanzen bevorzugt. Sicher, eine Thuiahecke ist blickdicht – aber für Vögel hat sie wenig Nutzen. Weder als Nahrungslieferant, noch als geeigneter Nistplatz. Eine Hecke die nur wenigen Tieren nützt? Langweilig und uninteressant. Zugegeben Thuias sind schön, es sind ja auch Lebensbäume – einer oder zwei sehen in Gärten auch schön aus. Es ist einfach wie immer im Leben: Die Vielfalt ist eine Bereicherung! Wer Leben in seinen Garten bringen möchte, der sollte sich für einheimische Pflanzen entscheiden. Ganz nach dem Gesichtspunkt: Welche Pflanzen schenken Vögeln und Insekten Nahrung, wo können Vögel ungestört und geschützt Nester bauen und ihre Jungen aufziehen, wo können Igel überwintern. Echsen lieben zum Beispiel die sonnigen Trockenmauern eines Steingartens, auch sollte man sich Gedanken machen, wo Kröten und Frösche Unterschlupf finden.

Wer aus seinem Garten ein kleines Paradies für Tiere gestalten möchte, der kann dies mit einfachen Mitteln erreichen. Vor allem die gefiederten kleinen Luftikusse sind allseits beliebt - wer hat nicht gerne Vögel in seinem Garten? Wie locke ich die kleinen Kerlchen also an? Am besten mit den geeigneten Pflanzen. Nicht alleine was uns gefällt macht einen Garten zu einer Wohlfühloase für Mensch und Tier – ein wichtiger Aspekt ist eher: Welche Pflanzen nützen den Tieren. Und was Tiere lieben, ist für uns Menschen auch oft viel besser als Pflanzen mit reinem Zierwert.

 

 

GartenrotschwänzchenVogelschutzgehölze bevorzugt

Vogelschutzgehölze sollten reine Thuiahecken in unseren Gästen ablösen – wer Vögel in seinem Garten einen passenden Lebensraum schaffen möchte, für den kommen folgende Pflanzen für Hecken in Frage:
Weißdorn (Crataegus Monogyna), Schlehdorn (Prunus Spinosa), Haselnussbäume, Pfaffenhütchen (Euonymus EuroPaea), Salweide, Eberesche (Sorbus Aucuparia), Schwarzer Holunder (Sambucus Nigra), Hainbuche, Felsenbirne (Amelanchier Laevis, Apfelbeere, Berberitze, Kornelkirsche, Liguster (Ligustrum Vulgare) oder Schneeball (Viburnum Opulus). Auch Rosenhecken sind für Vögel ein guter Schutz, sind sie doch in dem Dornengestrüpp von Hagebuttenrosen gut geschützt und sicher vor Katzen. Zum Beispiel die Hundsrose eignet sich hier sehr gut. Wer also neues Leben in seinen Garten bringen will und Spaß an der Gestaltung eines Naturgartens mit Vogelschutzgehölzen hat, der findet ausführliche Tipps und Informationen rund um dieses Thema in dem Buch „Hecken für naturnahe Gärten“ von Gregor Dietrich. Hier werden Hecken als Lebensräume für Tiere vorgestellt, auch Planung und das Anlegen der Hecken werden besprochen. Ein Buch, das ich persönlich zu diesem Thema sehr empfehlen kann.

 

 

Vögel im FutterhäuschenVögel füttern – ja oder nein? Ganzjahresfütterung contra Winterfütterung

Wem es nun gelungen ist durch die richtige Gartengestaltung Vögel anzulocken, für den stellt sich nun die nächste Frage: Was kann ich tun, damit sie sich wohlfühlen und gerne bleiben? Was ist zum Beispiel mit dem strittigen Thema „Vögel füttern“? Tatsächlich haben sich hier die Lager gespalten. Inzwischen ist bekannt, dass eine Ganzjahresfütterung den Vogeljungen nicht wie lange angenommen schadet, sondern für die Vogeleltern eher gut ist. Vor allem, wenn die natürliche Nahrung knapp ist. Wer in Großstädten oder in Flughafennähe lebt, der wird bestätigen, dass man heute kaum noch Insekten in den Wohnungen hat, auch wenn man nachts bei geöffneter Türe das Licht brennen lässt. In meiner Kindheit war das nicht so: einmal das Licht bei geöffnetem Fenster vergessen und schon haben Falter und Insekten das Zimmer in Beschlag genommen und eine ruhige Nacht unmöglich gemacht. Die Vogeleltern werden immer alles tun, um ihrem Nachwuchs die beste und auch passende Nahrung zukommen zu lassen – ob es dabei auch immer für sie selbst reicht? Ich bezweifle das nach meiner eigenen Erfahrung und Beobachtung der letzten Jahre. In Feld und Flur werden „Unkräuter“ bekämpft – Wildpflanzen werden mehr und mehr zurückgedrängt und verschwinden zunehmend. Sie sind jedoch wichtige Samenquellen. Es gibt Argumente für und gegen eine Ganzjahresfütterung – jeder sollte hier auf seine innere Stimme hören und seiner Intuition folgen. Die Natur ist so wichtig für uns Menschen und es sollte durchaus die unberührte Wildnis und Naturschutzgebiete geben, in denen sich Tiere ohne den Menschen entwickeln und leben können. Aber die Realität sieht anders aus: Wir verdrängen die Tiere mehr und mehr. Die Städte werden größer, die Gärten kleiner, die Natur schwindet. Warum sollten wir nicht versuchen, die Tiere soweit es geht wieder in unsere Nähe zu holen? Spielt es dabei wirklich eine Rolle, ob dies ihrer „natürlichen“ Lebensweise entspricht, wenn diese ohnehin durch das Eingreifen des Menschen nicht mehr möglich ist? Vögel am Futterhaus entsprechen vielleicht nicht der Idealvorstellung einiger Naturschützer – aber sie schenken unseren Kindern etwas, das wir selbst in unserer eigenen Kindheit noch als ganz normal erleben konnten. Kindern freuen sich über die gefiederten Gäste, sie können über die bunten Meisen staunen und sich über das Gezanke der Grünfinken ums Futter köstlich amüsieren. So lernen sie aus der eigenen Beobachtung und stellen fest, dass Vogelbeobachtung genauso spannend wie Computerspiele und Fernsehen sein kann. Die Verbindung zur Natur wird hergestellt – etwas das heute im Umgang mit Kindern viel zu oft vernachlässigt wird. Und auch uns Erwachsenen schenken Vögel am Futterhaus etwas von unbezahlbarem Wert: Freude!

Aber bitte nichts übereilen, denn wer sich für die für die Fütterung entscheidet, übernimmt auch Verantwortung. Bitte nur vogelgerechtes Futter, keine Essensreste vom Tisch verfüttern. Dabei immer auf Qualität achten – das Futter muss einwandfrei und hochwertig sein. Auf Sauberkeit am Futterhäuschen achten. Und zu guter Letzt: Gift hat im Garten nichts zu suchen! Ich habe selber festgestellt, dass Meisen den ganzen Tag zum Futterhaus kommen, um sich kleine Leckerbissen zu holen. Zum Dank drehen sie zwischendurch jedes Blatt im Garten um, auf der Suche nach einer saftigen Nachspeise. Schädlinge ade! Ach ja, und was die Vögel übersehen, das holen sich auch gerne Marienkäfer, Igel und Kröten. So stellt sich in ihrem Garten schnell ein ganz natürliches Gleichgewicht ein.

Wer sich für dieses Thema interessiert, der findet weiterführende Tipps und Informationen in dem Buch „Vögel füttern - aber richtig“ des Ornithologen Prof. Dr. Peter Berthold, erschienen im Kosmos Verlag. Bleibt noch zu erwähnen, dass auch die Heinz Sielmann Stiftung in der ganzjährigen Fütterung eine Möglichkeit sieht, unsere Lebensqualität zu erhalten.

Viele weitere hilfreiche und interessante Informationen, sowie Rezepte für die Herstellung von Vogelfutter finden sich auch auf der Seite www.wildvogelhilfe.org

 

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Ein Zaunkönig hat sich für das Modell „Schöner Wohnen“ entschieden und baut sein Nest in einem Kranz aus Stroh und Kunstblüten. Der Bau geht sehr schnell von statten und es ist spannend zuzusehen: Der Eingang wurde mit zartem Moos verkleidet, die Öffnung verkleinert und alles stabilisiert. Unglaublich - ein kleines Kunstwerk.

Zaunkönig

 

 

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